Sprachbildung

In der Sprachbildung hat sich die Verschränkung von Theorie und Praxis als ein guter Weg erwiesen. Neben Sprachkursen ist es wichtig, dass Geflüchtete die Möglichkeit haben, Gelerntes anzuwenden. Dies kann durch den Umgang mit Muttersprachlern in der Freizeit geschehen. Besonders hilfreich ist aber die regelmäßige Erprobung der Sprache im Arbeitsalltag. 

 

 

 

Für Geflüchtete existieren verschiedene Möglichkeiten der Sprachbildung. Dazu zählen:

  1. Integrationskurse für Asylbewerber und Geduldete
  2. ESF-BAMF Sprachkurse zur berufsbezogenen Sprachförderung
  3. Berufsbezogene Deutschsprachförderung (gem. § 45a AufenthG)

Diese Sprachbausteine bauen aufeinander auf. Während der Integrationskurs den Einstieg in den Spracherwerb ebnet, richten sich die ESF-BAMF Sprachkurse an Lernende mit einem deutschen Sprachniveau A1 und die berufsbezogene Deutschsprachförderung an Lernende mit einem Sprachniveau von mindestens B1. Die beiden letzteren sollen den Arbeitseinstieg durch ihren Bezug auf Berufe und Arbeit in Deutschland erleichtern.

Zusätzlich sind in Maßnahmen zur Berufsvorbereitung und Berufsorientierung sprachliche Komponenten eingebunden.

  1. Perspektiven für Flüchtlinge (PerF) sieht neben der Berufsvorbereitung die Vermittlung und Vertiefung von berufsbezogenen Sprachkenntnissen vor.
  2. Perspektiven für junge Flüchtlinge (PerjuF) ermittelt zuerst die vorhandenen Sprachkenntnisse und baut darauf berufsbezogene Sprachkenntnisse auf.
  3. Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF) greift am Werkstattplatz erfahrene Sprache auf und behandelt diese in der Sprachkurskomponente.

Die hier genannten Maßnahmen sind praxisorientiert, denn hier wird in Phasen Vollzeit in Werkstätten und Betrieben gearbeitet. Die in alternierenden Phasen stattfindenden Sprachkurse knüpfen an die fachspezifische Sprache an, die in der der Praxis benötigt wird.

Übersicht Sprachlevel

A1
Anfänger
 
A2
Mit dem Abschluss eines Integrationskurses wird A2 erworben. Einfache Unterhaltungen sind möglich.
 
B1
Sprache kann nun selbstständig angewendet werden. Gute Verständigung in der Praxis. Eine Ausbildung kann gelingen.
 
B2
Optimale Voraussetzung für eine Ausbildung, um die Berufsschule zu bewältigen.
 
C1
Zugangsvoraussetzung für die Universität.
 
C2
Expert/-innenniveau

Einfach Sprache

„Einfache Sprache“ wendet sich an Menschen mit geringerer Bildung, funktionale Analphabeten, oder an Menschen mit einer anderen Muttersprache als Deutsch.

Texte in Einfacher Sprache sind gut verständlich. Einfache Sprache hat ein Leseniveau von A2 bis B1. Es geht in erster Linie um sprachliche Einfachheit. Es kann anders als bei der „Leichten Sprache“ von einer ausreichenden Auffassungsgabe gegenüber komplexeren Zusammenhängen ausgegangen werden. 

Viele dieser Regeln lassen sich auch auf die gesprochene Sprache anwenden, die im Zusammenhang mit der Beschäftigung von  Menschen mit eingeschränkten Deutschkenntnissen von besonderem Interesse ist. Im Arbeitsleben ist es wichtig, dass die Beschäftigten Absprachen und Arbeitsanweisungen sowohl in formellen als auch in informellen alltäglichen Situationen verstehen. Auch für die Kommunikation zwischen den Kollegen ist das Sprechen und Verstehen wichtig.

Durch Schulungen der Betrieblichen Begleitagentur kann für die Belegschaft von Betrieben, die sich interkulturell öffnen möchten, ein Bewusstsein für Einfache Sprache geschaffen werden.

Bei diesen Schulungen geht es darum Handlungsempfehlungen adäquat zu erarbeiten und mittels unterschiedlicher Methoden wie Rollenspielen zu erproben. Darüber hinaus können Wege der Einfachen Sprache vermittelt und trainiert werden